Hier finden Sie wichtige Begriffe etwas näher erläutert.
Antioxidantien
Funktion: Überbegriff für verschiedene Stoffe, die die Fähigkeit haben, hochreaktive Radikale unschädlich zu machen. Es gibt Antioxidantien, die mehr in fettartigen Strukturen (Zellwand, Nervenhüllen, ...) wirken, wie z.B. Vitamin E oder Carotinoide, andere Antioxidantien wirken mehr im wässrigen Umfeld (Zellinneres, Blut, ...), wie z.B. Vitamin C. Einige wenige Antioxidantien sind in beiden Bereichen wirksam (Alpha-Liponsäure, OPC).
Wichtig: Eine grosse Menge von nur einem Antioxidant kann nicht die Wirkung und das Zusammenspiel einer Vielzahl anderer Antioxidantien ersetzen. Beispiel: Die Anwesenheit von OPC verstärkt die Wirkung von Vitamin C um das Zehnfache!
Radikale
Funktion: Überbegriff für hochreaktive Moleküle. Durch Strahlung (Licht, UV, Röntgenstrahlung) oder durch chemische Prozesse (auch ganz normal Stoffwechselprozesse im Körper) entstehen Radikale. Diese Moleküle haben, bildlich gesprochen, eine Ecke weggeschlagen bekommen, sind deshalb ziemlich wütend und setzen alles daran, das verlorene Teil von einem anderen Molekül wieder an sich zu reissen. Damit sind Schäden vorprogrammiert, denn die so beraubten Moleküle können Enzyme sein, die dann nicht mehr funktionsfähig sind, es kann eine Zellwand sein, die dann ein Loch kriegt und die Zelle stirbt ab, oder es kann die Erbsubstanz sein (DNS), die dann fehlerhaft wird, usw. Der Körper hat verschieden Schutzsysteme aufgebaut, um die Radikale in Schach zu halten. Es sind dies Moleküle, die so gutmütig sind, dass sie freiwillig ein Teil von sich hergeben, ohne selbst zum Radikal zu entarten. Wir nennen Sie "Antioxidantien" oder "antioxidative Systeme".
Vitamin A
Funktion: Starkes Antioxidans, Teil des Sehpurpurs im Auge, Aufbau der Schleimhäute in Mund, Lunge, Magen-Darm-Trakt, Auge, Proteinstoffwechsel, essenziell für das Immunsystem.
Bei Mangel: Sehschwierigkeiten in der Dämmerung, Nachtblindheit, trockene Augen, Lichtscheuheit, trockene, schuppige Haut, Follikelbildung an den Oberarmen, Akne, brüchige Fingernägel, glanzlose Haare, Wachstumsstörungen bei Kindern, häufige Infektionen, verminderte Immunkompetenz, verringerte Krebsresistenz.
Überdosierung mit Vitamin A: Bei den üblichen Vitamin-A-Dosen ist eine Überdosierung niemals zu befürchten. Eine akute Überdosierung wurde bei Personen beobachtet (z.B. Polarforscher), die sich einseitig mit Eisbär- und Robbenleber ernährten (fischfressende Polarbären enthalten bis zu sechs Milligramm Vitamin A pro Gramm Leber, d.h. 20'000 I.E. pro Gramm oder 2'000'000 I.E. pro 100 g Leber!). Eine chronische Überdosierung wurde bei Säuglingen und Kleinkindern beobachtet, die täglich 75'000 - 500'000 I.E. Vitamin A erhielten. Bei Erwachsenen kann man ohne Probleme bis zu 50'000 I.E. pro Tag gehen, ohne eine Überdosierung zu befürchten. Ausnahme: Schwangere sollten unterhalb 10'000 I.E. Vitamin A pro Tag bleiben. Wichtig: Zusätzliche Carotinoide sind auch für Schwangere sicher, denn Carotinoide (z.B. Betacarotin) werden nur dann in Vitamin A umgewandelt, wenn zuwenig Vitamin A vorhanden ist. (Quelle: Ernst Mutschler, "Arzneimittelwirkungen", 6. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 1991, S. 547)
Beta-Carotin
auch Provitamin A genannt
Funktion: Wird bei Bedarf in Vitamin A gewandelt, starkes Antioxidans, wichtig für das Immunsystem.
Bei Mangel: Verringerte Krebsresistenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Vitamin B1 (Thiamin)
Nerven- und Muskelstoffwechsel, Kohlenhydratstoffwechsel, beteiligt am Aufbau von Neurotransmittern.
Bei Mangel: Reizbarkeit, Konzentrations- und Gedächnisschwäche, Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, Depressionen, Nervenentzündungen, Herzrhythmusstörungen.
Vitamin B2 (Riboflavin)
Funktion: Teil von ca. 60 verschiedenen Enzymen des Fett-, Kohlenhydrat- und Eiweiss-Stoffwechsels, Übertragung von Lichtreizen im Auge.
Bei Mangel: Allgemeine Müdigkeit und Unlust, gereizte Schleimhäute, Nervenstörungen, eingerissene Mundwinkel, schuppige Lippen, Dermatitis, übermässige Hornabstossung der Haut, glanzlose brüchige Fingernägel, Hornhauttrübungen am Auge, Lichtempfindlichkeit.
Vitamin B6 (Pyridoxin)
Funktion: Eiweißstoffwechsel, Wachstumsprozesse, Immunsystem durch den Aufbau proteinhaltiger Abwehrsubstanzen, Neurotransmitter.
Bei Mangel: Gedächtnisschwäche, Konzentrationsschwäche, Alterssenilität, depressive Verstimmungen und andere psychische Erkrankungen, weisse Lippen, gelbe Schleimhäute, Zungenbrennen, Gliederkribbeln, Blutarmut.
Niacin, Nicotinamid, Vitamin B3
Funktion: Energieproduktion, Hormonstoffwechsel, Hirnstoffwechsel, Pigmentbildung in der Haut, Reparatur geschädigter Erbanlagen.
Bei Mangel: Depression, Altersdemenz, Dermatosen an den Schleimhäuten, hohes Cholesterin, Appetitverlust, Schwindelgefühl, hochrote Zunge.
Panthothensäure, Pantothenat, Vitamin B5
Funktion: Energieproduktion, Synthese von Kortison und anderen Steroidhormonen, Wundheilung, Neurotransmitterproduktion, Produktion von Haar-, Haut- und Blutpigmenten.
Bei Mangel: Glanzlose Haare, frühes Ergrauen der Haare, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Herzklopfen, schlechte Wundheilung, brennende Füsse.
Biotin, Vitamin H
Funktion: Fett-, Kohlenhydrat- und Eiweissstoffwechsel, Neurotransmitterproduktion, Zellteilung, Hauterneuerung.
Funktion: Zellteilung, Blutbildung, Herstellung der DNS, Immunsystem, Neurotransmitterproduktion.
Bei Mangel: Anämie, Schleimhautveränderungen in Mund, Zungenbrennen, Durchfälle, Haarwuchsstörungen, Depressionen, neurologische Störungen, Reizbarkeit, Vergesslichkeit, Schlafstörungen, Gicht, verminderte Immunität.
Vitamin C (Ascorbinsäure)
Funktion: Antioxidans, beteiligt an 15'000 Stoffwechselreaktionen, essenziell für das Immunsystem, unterstützt/aktiviert Lymphozyten, Fress- und Killerzellen, Bildung von Bindegewebe und Kollagen, Fettverbrennung, beteiligt beim Aufbau aller wichtiger Hormone und Neurotransmitter.
Bei Mangel: Verzögerte Wundheilung, Neigung zu blauen Flecken, blutendes Zahnfleisch, Infektionsanfälligkeit, häufige Müdigkeit, Depressionen, Konzentrationsmangel, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verringerte Krebsresistenz, Katarakt.
Effektiver Bedarf häng stark von der Lebenssituation ab (Krankheit (chronisch), Rauchen, Stress, ...)
Vitamin D (Calciferol)
Funktion: Einlagerung von Calcium und Phosphor in die Knochen, wichtig im Nervenstoffwechsel, Energiestoffwechsel.
Bei Mangel: Muskelschwäche, Krämpfe, Infektanfälligkeit, Osteoporose, altersbedingte Knochenverformung der Beine und des Rückens, Knochenschmerzen, Rachitis bei Kindern, die zu O- und X-Beinen und Zahnfehlstellungen führt, Unruhe, Reizbarkeit.
Vitamin E (Tocopherol)
Funktion: Antioxidans, schützt mehrfach ungesättigte Fettsäuren in Zellmembranen, Nervenbahnen, Arterien, Blut, Thymus und Auge.
Bei Mangel: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verringerte Krebsresistenz, Katarakt.
Vitamin K
Funktion: Blutgerinnung, Knochenstoffwechsel.
Bei Mangel: Länger anhaltende Blutungen der Nase, bei Wunden und der Monatsregel.
Calcium
Funktion: Vitamin-D-Haushalt; Mineralisierung der Knochen und Zähne; verschiedene Enzymaktivitäten; Regulation des Herzschlages; Muskelkontraktionen; Nervenimpulsübertragung.
Bei Mangel: Brüchige Knochen; abnehmende Knochendichte (Osteoporose); altersbedingte Verformung der Beine und des Rückens; Zahnfehlstellungen bei Kindern; Schlaflosigkeit; Nervosität; Muskelkrämpfe; hoher Blutdruck; Menstruationsbeschwerden.
Chrom
Funktion: Kofaktor für die Insulinfunktion; Glukosetoleranzfaktor.
Bei Mangel: Hohe Blutzuckerwerte; Müdigkeit durch Unterzuckerung (Hypoglykämie); schlechte Glukosetoleranz; hohe Cholesterin- und Triglyzeridwerte.
Jod
Funktion: Produktion des Schilddrüsenhormons.
Bei Mangel: Kropfentwicklung; Unruhe; Wachstumsstörungen; brüchiges Haar; verminderte Reaktionsfähigkeit.
Kupfer
Funktion: Teil des Atmungssystems in der Zelle, unterstützt die Zellatmung (Energiebereitstellung). Beteiligt an der Bildung von Hämoglobin (Blutfarbstoff, der den Sauerstoff transportiert).
Bei Mangel: Blutarmut, Blutbildveränderungen, erhöhter Cholesterinspiegel, Dermatitis
Magnesium
Funktion: Aktiv in über 300 Enzymen; Energieproduktion; Muskelkontraktion.
Bei Mangel: Hoher Blutdruck; Muskelkrämpfe; Muskelzittern; Schlaflosigkeit; Überreiztheit; Unruhe; Stressanfälligkeit; Probleme mit der Nervenreizübertragung; prämenstruelles Syndrom; Menstruationsbeschwerden.
Mangan
Funktion: Teil körpereigener antioxidativer Enzyme (SuperOxidDismutase (SOD), Katalase); aktiv in 50 verschiedenen Enzymen; Glukoseverwertung; Fettstoffwechsel; Schilddrüsenhormon; Knochenwachstum.
Funktion: Ermöglicht die Umwandlung von gefährlichen Sulfiten in harmlose Sulfate (in Sulfitoxidasen eingebaut). Fruchtbarkeit.
Bei Mangel: Sulfitempfindlichkeit: Atembeschwerden, Erröten, Ausschläge, Juckreiz, Kontaktdermatitis u.a.
Selen
Funktion: Teil körpereigener antioxidativer Enzyme (Glutathionperoxidase); Entsorgung von Schwermetallen.
Bei Mangel: Herz-Kreislauf-Erkrankungen; hohe Blutfettwerte; verringerte Krebsresistenz; Immunschwäche; Infektanfälligkeit; Calciumablagerungen in den Muskeln; Muskelschwäche.
Zink
Funktion: Teil körpereigener antioxidativer Enzyme (Katalase); aktiv in über 200 Enzymen; notwendig für viele Hormone, Entsorgung von Schwermetallen.
Bei Mangel: Haarausfall; frühzeitig ergraute Haare; Schuppen; Infektanfälligkeit; schlechte Immunkompetenz; niedriges Testosteron; niedrige Spermienzahl; Infertilität bei Männern und Frauen; Durchfall; Schlafstörungen; verzögerte Wundheilung; Glukoseintoleranz; Wachstumsstörungen; verspätete sexuelle Reifung; Nachtblindheit; schlechter Geruchs- und Geschmackssinn; Geschwüre im Mund, Rillen oder weisse Punkte in den Fingernägeln; Hautveränderungen (Akne, Schuppenflechte, Ekzeme); Arthritis.