Es ist doch eigentlich einfach: Im Körper gibt es Millionen von Vorgängen: Aufbau von Zellen, Abbau von Zellen, Aufspalten der Nahrung, Verteilen der Nährstoffe, Energiegewinnung, Energieverbrauch, Entsorgung der Abfallstoffe usw.
Das Fliessband
Alle diese Vorgänge sind vergleichbar mit einem Fliessband: Einzelne Schritte, die logisch ineinander übergehen, bis am Schluss das "Produkt" entstanden ist. Jede Station in einem Fliessband entspricht einer "Arbeitsstation". Im Körper sind diese "Arbeitsstationen" die Enzyme. Enzyme haben eine zentrale aktive Stelle, und dort geschehen die Umbauvorgänge. An der aktiven Stelle ist das "Werkzeug". Ohne Werkzeug würde an dieser Arbeitsstation nichts geschehen, dem Produkt würde etwas fehlen und es wäre nutzlos. Ebenso sind Enzyme ohne "Werkzeug" wirkungslos, die Produktionskette stoppt und es gibt kein Endprodukt.
Die Werkzeuge
Damit das Werkzeug des Enzyms wirksam ist, muss sehr oft ein Vitamin oder ein Spurenelement eingebaut oder in der Nähe sein. Aus der Forschung der Biochemie weiss man, dass Magnesium z.B. in über 300 Enzymen aktiv ist, Zink in über 200 Enzymen, Mangan in über 50 Enzymen, Vitamin C ist an 15'000 Stoffwechselvorgängen beteiligt, usw.
Unser Körper braucht
JEDES Vitamin
JEDEN Mineralstoff
JEDES Spurenelement
in GENÜGENDER Dosierung
damit er richtig funktioniert.
Wie hoch ist der Nährstoffgehalt?
Der Nährstoffgehalt der Nahrungsmittel ist in den letzten dreissig Jahren enorm gesunken. Heute fehlen oft 50% bis über 90% der Vitamine in Obst und Gemüse gegenüber damals. Die "Wirtschaftlichkeit" beim Ziehen, Ernten, Lagern und Vertreiben von Obst und Gemüse wirkt sich eben deutlich auf den Nährstoffgehalt aus. Ein Vergleich der Nährstoffmengen in Obst und Gemüse zwischen den Jahren 1960 und 1991 in Grossbritannien ergibt:
Über diesen Zeitraum von 31 Jahren sank der Anteil von Carotinoiden - in Rosenkohl um 50 % - in Broccoli um 77 % - in Himbeeren um 92,5 % - in Bananen um 93 %
(Für den Vergleich wurde die Angaben der dritten Ausgabe von „The Composition of Foods", zusammengestellt 1960 von Dr. McCance und Dr. Widdowson, mit den Angaben in der fünften Ausgabe, veröffentlicht 1991 durch die Royal Society of Chemistry und das Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung, benutzt).
Eine Banane enthielt also 1991 nur noch 7 % der Carotinoiden, die 1960 vorhanden waren. 1991 mussten 14 Bananen verzehrt werden, um dieselbe Menge an Carotinoiden zu erhalten wie 1960 mit einer einzigen Banane.
Der Anteil von Thiamin (= Vitamin B1) sank - in Rote Bete um 67 % Der Gehalt an Niacin (= Vitamin B3) fiel - in Karotten um 50 % - in Rosenkohl um 72 %. Der Anteil von Riboflavin (= Vitamin B2) sank - in Bananen um 43 % - in Karotten um 50 % - in Kohl um 60 % - in Rote Bete um 80 % - in Broccoli gar um 99,8 % (!) Die Frage, die man sich angesichts dieser Zahlen stellt, ist, ob überhaupt noch jemand genügend mit Nährstoffen versorgt ist ... ?
Wie gross ist Ihre Unterversorgung?
In der Nationale Verzehrsstudie II 2005-2006 in Deutschland wurden etwa 20 000 deutschsprachige Personen befragt. Dabei wurde auch die Versorgungslage mit Vitaminen geprüft. Bei jedem Vitamin gibt es einen Bevölkerungsteil, der 100% des D-A-CH-Referenzwertes erreicht, und einen Teil, der den Referenzwert nicht erreicht. Wichtig: Es sind nicht immer die gleichen Personen, die den jeweiligen Wert nicht erreichen. So sind wahrscheinlich mehr als 95% der Bevölkerung mit einem oder mehreren Nährstoffen unterversorgt. Lassen Sie sich bewegen von diesen Zahlen. Denn wahrscheinlich gehören Sie selbst auch dazu...
Die folgenden Zitate sind der Nationale Verzehrsstudie II entnommen (Webseite), und zwar dem 2. Teil des Abschlussberichtes, ab Dokumentenseite 107 (Bericht ansehen):
Vitamin A
... 15% der Männer und 10% der Frauen erreichen die empfohlene tägliche Zufuhr für Retinol-Äquivalente nicht. Diese Anteile sind bei Männern und Frauen in der jüngsten Altersgruppen am höchsten (29% bei den Männern, 25% bei den Frauen) und sinken mit zunehmendem Alter ab.
Vitamin D
... Insgesamt 82% der Männer und 91% der Frauen erreichen die empfohlene tägliche Zufuhr von Vitamin D nicht. Die Anteile sind am Höchsten bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen (>86% bei den Männern, >96% bei den Frauen) und den Senioren (94% bei den Männern, 97% bei den Frauen).
Vitamin E
... 48% der Männer und 49% der Frauen erreichen die empfohlene tägliche Zufuhr von Vitamin E nicht.
Vitamin B1
... 21% der Männer und 32% der Frauen erreichen die empfohlene tägliche Zufuhr vonVitamin B1 nicht.
Vitamin B2
... 20% der Männer und 26% der Frauen erreichen die empfohlene tägliche Zufuhr von Vitamin B2 nicht.
Vitamin B6
... 12% der Männer und 13% der Frauen erreichen die empfohlene tägliche Zufuhr von Vitamin B6 nicht.
Folsäure
... 79% der Männer und 86% der Frauen erreichen die empfohlene tägliche Zufuhr vonFolat-Äquivalenten nicht. Es zeigt sich ein Anstieg dieser Anteile mit zunehmendem Alter. Während bei den jungen Männern 66% die Empfehlung für die Folsäurezufuhr nicht erreichen, sind es in der ältesten Gruppe 89%. Bei den Frauen steigen die Anteile von 78% in der jüngsten Gruppe auf 91% in der ältesten Gruppe an.
Vitamin B12
... 8% der Männer und 26% der Frauen erreichen die empfohlene tägliche Zufuhr von Vitamin B12 nicht.
Vitamin C
... 32% der Männer und 29% der Frauen erreichen die empfohlene tägliche Zufuhr vonVitamin C nicht.
Calcium
... Deutlich unter der Empfehlung liegt sowohl die jüngste als auch die älteste Gruppe bei den Frauen. Insgesamt erreichen 46% der Männer und 55% der Frauen die empfohlene tägliche Zufuhr von Calcium nicht. Die Anteile sind sowohl bei den weiblichen Jugendlichen(14-18 Jahre) mit 74% und bei den älteren Männern (61%) und Frauen (65%) auffallend hoch.
Magnesium
... 26% der Männer und 29% der Frauen erreichen die empfohlene tägliche Zufuhr von Magnesium nicht. Die Anteile sind sowohl bei den jungen Erwachsenen als auch bei den älteren Personen höher als im mittleren Alter. Besonders auffallend ist der Anteil von 56% in der Gruppe der 14-18-jährigen Frauen, die die empfohlene Magnesiumzufuhr nicht erreichen.
Eisen
... Insgesamt erreichen 14% der Männer und 58% der Frauen die empfohlene tägliche Zufuhr für Eisen nicht. Bis zum Alter von 50 Jahren sind hiervon über 75% der Frauen betroffen.
Jod
... Ohne die Verwendung von jodiertem Speisesalz liegen 96% der Männer und 97% der Frauen unter der Empfehlung für die Jodzufuhr. Am geringsten ist die Jodzufuhr bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Unter Verwendung von jodiertem Speisesalz für alle Rezepte und Mischungen liegen nur noch 28% der Männer und 53% der Frauen unter der Empfehlung für die Jodzufuhr.
Zink
... 32% der Männer und 21% der Frauen erreichen die empfohlene tägliche Zufuhr vonZink nicht. Am höchsten sind die Anteile bei Männern im Alter von 65-80 Jahren (44%) sowie bei jungen Frauen im Alter von 14-18 Jahren (28%) und älteren Frauen im Alter von 65-80 Jahren (27%).
Diese Prozentzahlen beziehen sich auf die D-A-CH-Referenzwerte. Diese Werte sind so angesetzt, dass ernsthafte Mangelerkrankungen verhindert werden. Für eine volle Leistungsfähigkeit braucht es je nach dem schon etwas mehr. Viele Menschen leiden an Mikronährstoffmangel und handeln sich so viele Beschwerden, Schwächen, Zivilisationskrankheiten und anderes ein.
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